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AndermattLive! 2019 – Der Samstag im Rückblick

Der Samstag begann für meinen Geschmack etwas zu früh – um halb acht klingelte mich der Wecker aus dem Schlaf. Daraufhin traf ich mich mit Max, um gemütlich zu frühstücken und Dinge für URBAND zu erledigen, die schon lange auf unserer ToDo-Liste standen und darauf warteten, endlich erledigt zu werden. Doch darum soll es in diesem Artikel nicht gehen...

Am Samstagmorgen kündigte das Team des AndermattLive! via Instagram ein Pop-Up Konzert von Annie (Goodchild) & Dave in der Gallery Art87 an. Wir beschlossen, dass wir uns dieses spontane Konzert auf keinen Fall entgehen lassen wollten und machten uns ohne grosse Erwartungen pünktlich auf den Weg. Die kleine Kunstgalerie füllte sich nach und nach mit vielen Schau- und Hörlustigen. Und die wurden anschliessend nicht enttäuscht: Dave am Flügel hatte sein Handwerk perfekt im Griff. Genau so wie Annie, die mit ihrer souligen Stimme locker mit Grössen wie Adele mithalten kann. Eine ganze Stunde dauerte das wunderbare Set, währenddem ich einen Gänsehautmoment nach dem anderen erlebte. Auf jeden Fall ein Konzert, das mir in bester Erinnerung bleiben wird!

Um 18.30 Uhr ging es dann los in der Mehrzweckhalle mit dem regulären Programm des Samstags. Eröffnet wurde der Abend durch URBAND-Mitglied DAENS. Die Halle war für die frühe Uhrzeit erstaunlich gut besucht; vor allem von Fans, Freunden und Bekannten des Duos. Die zwei zeigten anschliessend, dass sie durchaus auch auf grösseren Bühnen bestehen können und begeisterten das Publikum mit einem gut halbstündigen Set. 

Unser Ziel war es, an diesem Abend in jedes Konzert zumindest kurz reinlauschen zu können. Deshalb blieben wir kurz noch bei der Main Stage, um uns die ersten paar Songs aus dem Set von Nickless anzuhören. Die vielen jungen Fans erfreuten sich ab dem erfrischenden und lockeren Pop-Sound des Zürchers, welcher dank seines Hits "Waiting" bereits in seinen jungen Jahren einen Swiss Music Award sein Eigen nennen darf. 

Nun wechselten wir zur Storytellers Stage im The Chedi. Diese schien an diesem Abend leider nur sehr spärlich Anklang zu finden, jedoch hörten die wenigen anwesenden Gäste umso aufmerksamer zu. Die Aufmerksamkeit galt Colour Of Rice, die einzig mit ihrer Gitarre und wunderschönen Stimme die kleine Bühne bespielte. Fast etwas schüchtern, aber durchaus sehr sympathisch und ehrlich war ihre Musik, welche zum Träumen und Zeitvergessen einlud. 

Von Kaufmann lernte das Publikum bei der Storytellers Stage anschliessend: "S Lebe isch en Penis, mal chürzer mal länger". Danke für diesen wunderbar poetischen Vergleich, lieber Reto, du und deine Band habt uns damit allen definitiv den Abend versüsst! Aber auch sonst wussten die Bündner mit eigenständigem Mundartsound zu überzeugen und kaum jemand im Publikum schaffte es, nicht wenigstens mit einem Fuss im Takt mitzuwippen. 

Es folgte ein persönliches Highlight des diesjährigen Line Ups auf der Main Stage: Ritschi. Versteht mich nicht falsch, kitschiger Mundartpop ist eigentlich nicht gerade die Musik, welche ich tagtäglich höre. Da Plüsch jedoch das allererste Konzert war, das ich als kleiner Junge besuchen durfte, schwang ein gewisser Nostalgie-Faktor mit. Und jedes Mal schafft es Ritschi mit seiner sympathischen, lockeren und authentischen Art, mir gute Laune zu bereiten. Die Songs luden zum mitklatschen, mitsingen und ab und zu sogar mitspringen ein. 

Gut gelaunt verliessen wir die Mehrzweckhalle wieder, um zu erfahren, ob unsere hohen Erwartungen an Amacher meets Gerber erfüllt werden würden. Und was soll ich sagen: Wir wurden nicht enttäuscht – im Gegenteil: Die Storytellers Stage war nun deutlich besser besucht als noch zuvor bei Kaufmann und die beiden zogen das Publikum von der ersten Sekunde an in ihren Bann. Etwas verrückt, wie die beiden Herz und Seele in die Musik steckten, aber unglaublich faszinierend und unterhaltsam. Schnell war klar, dass sowohl Marc Amacher als auch Philipp Gerber den Blues lebten und ihre Instrumente bis zur Perfektion beherrschten. Dazu kamen die beiden Stimmen, die das Gesamtpaket abrundeten. Ein Erlebnis, dass man sich bei Gelegenheit auf keinen Fall entgehen lassen sollte!

Nach sieben Konzerten waren wir dann etwas müde, doch auch das letzte Konzert wollten wir uns natürlich noch anhören. Komplett ohne Erwartungen und ohne auch nur einen einzigen Song des Künstlers vorher angehört zu haben, gingen wir also ein letztes Mal rüber zur Mehrzweckhalle. Diese hatte sich mittlerweile etwas geleert. Das schien Ryan Sheridan und seinen Drummer aber ziemlich wenig zu kümmern. Die beiden Iren entluden von Beginn weg ein musikalisches Feuerwerk. Vor allem beachtlich war, wie "voll" der Sound klang, angesichts der Tatsache, dass sie nur zu zweit die riesige Bühne bespielten. Hier dürften sich DAENS definitiv noch eine Scheibe abschneiden, ebenso in Sachen Bühnenperformance.

Danach war ich froh, endlich daheim angekommen zu sein, denn der Abend mit insgesamt acht Konzerten war doch ziemlich anstrengend. Rückblickend kann aber gesagt werden, dass der Samstag durchs Band sehr abwechslungsreich war und jede der Bands (anders als am Freitag noch) es auf ihre Weise schaffte, uns zu überzeugen. 

Weitere in Bilderform eingefangene Eindrücke gibt's in der Galerie.