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AndermattLive! 2019 – Der Freitag im Rückblick

Stellt euch vor, ihr organisiert ein Musikfestival in den Bergen – monatelang. Alles scheint perfekt zu laufen, doch dann spielt einem das Wetter einen Streich. Meterweise Neuschnee, das Dorf am Vortag des Festivals abgeschnitten von der Aussenwelt. Nichts geht mehr – und trotzdem haben es die Organisatoren des AndermattLive! geschafft, das Festival wie geplant über die Bühne zu bringen. Vor dieser Leistung ziehen wir unseren Hut und sagen schon mal Dankeschön!

Wie bereits letztes Jahr waren wir (Max und Matteo) gestern Freitag vor Ort. Dank Nachwirkungen der Schneemassen trafen wir jedoch erst mehr als eine Stunde nach dem Opening-Act auf dem Festival-Gelände ein. Trotzdem waren wir froh, es überhaupt nach Andermatt geschafft zu haben. 

Die Tickets abgeholt ging es auch direkt schon los mit dem grossen Headliner der diesjährigen Jubiläumsausgabe des Festivals: Krokus. Zugegeben, nicht ganz unsere Musik – da waren Max und ich uns einig. Die Mehrzweckhalle, welche dieses Jahr als Main Stage fungierte, war gut gefüllt und die installierte Soundanlage definitiv Rock’n’Roll-tauglich. Alles war also bereit für ehrlichen und harten Rock. Fast pünktlich um 20 Uhr betraten die Schweizer Rock-Legenden die Stage und heizten der nicht ganz ausverkauften, aber gut gefüllten Halle mächtig ein. Dem Publikum schien es zu gefallen. 

Da weder das Zielpublikum noch das Genre auf der Main Stage ganz unseren Geschmäckern entsprach, entschieden wir uns relativ schnell, von der Main Stage zur Storytellers Stage im The Chedi zu wechseln. Dort angekommen betraten bereits Roo Panes aus Grossbritanien die kleine Bühne. Schnell war klar, dass hier Zielpublikum und Musik eine komplett andere Richtung einschlagen, als noch wenige Minuten zuvor in der Mehrzweckhalle. Es fühlte sich beinahe an wie zwei komplett verschiedene Events, wenn man nicht gewusst hätte, dass es sich um das gleiche Festival handelt.

Roo Panes wussten mit viel Charme und wunderbaren akustischen Klängen (es gab weder Drums, noch Bass) das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Die drei Männer reduzierten die Musik auf ein Minimum, begeisterten jedoch mit mehrstimmigem Gesang, teils etwas melancholisch angehauchten Songs (I like!) und ganz vielen schönen akustischen Gitarrenklängen. Hier bewies AndermattLive! einmal mehr ein wunderbares Händchen in Sachen Booking!

Zum Abschluss mussten wir uns zwischen rockigem Gitarrensound von The Trail auf der Main Stage und ruhigen Piano- und Streicher-Balladen von Eliane auf der Storytellers Stage entscheiden. Aufgrund der gemütlichen Atmosphäre im The Chedi und der für uns etwas passenderen Zielgruppe entschieden wir uns dafür, uns erstmal einen Gin Tonic beziehungsweise ein Bier zu genehmigen und die Location nicht zu wechseln. 

Pünktlich um 22 Uhr betrat dann Eliane zusammen mit zwei Mitmusikern die Bühne. Schnell war klar, dass sich meine Befürchtungen leider bestätigen würden. Mich vermochte Eliane nicht wirklich zu überzeugen – das war mir alles zu sehr glattgebügelt und perfekt, ohne Ecken und Kanten und beinahe etwas kitschig. Schade, denn singen kann sie ja bekanntlich, wie man damals bei "Die grössten Schweizer Talente" im SRF bestaunen konnte. 

Leider berührten mich weder Elianes eigene Songs, noch die etwas gewagten Covers von Songs von DJ Bobo, Jovanotti oder Metallica. Nach einigen weiteren Songs entschieden wir uns, den Heimweg anzutreten.

Alles in allem war es jedoch ein abwechslungsreicher und wie immer gut organisierter erster Festival-Abend und wir sind gespannt, wie es heute Abend weitergeht. Wir freuen uns besonders auf URBAND-Mitglied DAENS (endlich wieder ein Urner Act im Line-up des AndermattLive!), Kaufmann und Amacher meets Gerber.

Weitere in Bilderform eingefangene Eindrücke gibt's in der Galerie.